Ein Pferd putzen dient nicht nur der Reinigung
Unter "Putzen des Pferdes" versteht man nicht nur die Reinigung des Tieres, wobei das natürlich an erster Stelle steht. Vielmehr beinhaltet es zusätzlich eine Vielzahl an anderen Dingen, die sich über das Putzen so ganz nebenbei ergeben und dennoch wichtig sind.
Durch das Putzen ergibt sich eine gute Gelegenheit die bestehende Beziehung zu dem Tier zu vertiefen und der dadurch entstehende Körperkontakt wirkt sich auch auf das Vertrauen zur Bezugsperson positiv aus.
Außerdem ist das Putzen für die Pferde auch eine angenehme Massage, welche wiederum auf die Blutzirkulation Einfluß nimmt. Veränderungen oder Verletzungen der Haut und des Felles bleiben beim Putzen nicht unbemerkt, sodass der Pferdefreund auf eventuelle Krankheitszeichen aufmerksam gemacht wird.
Und darauf sollte geachtet werden
Putzen ist nicht gleich Putzen und der sogenannte "Großputz" eignet sich nicht für die tägliche Pflege des Pferdes. Putzt man oft sehr intensiv, wird die Wasser abweisende Fettschicht auf dem Fell zu sehr entfernt. Auch müssen nicht jeden Tag Mähne und Schweif gebürstet werden. Gerade bei Tieren mit dünnem Schweif werden beim Bürsten unbeabsichtigt Haare ausgerissen. Ein Großputz findet nur von Zeit zu Zeit statt, die Minimalpflege hingegen benötigt das Pferd bei jedem Putzen. Somit ist gewährleistet, dass das Pferd gesund bleibt und sich kein Ungeziefer einnistet. Ebenso beugt man durch das regelmäßige Putzen lästigen Pilzinfektionen vor.
Striegeln
Zunächst sollte der grobe Schmutz entfernt werden. Dazu fährt man mit dem Striegel kreisförmig über Hals, Brust, Bauch und Hinterteil des Tieres. Festes Striegeln ist wie eine Massage und für das Pferd sehr angenehm. Während des Striegelns ist es wichtig, den Striegel immer wieder auszuklopfen, damit der Dreck nicht erneut ins Fell gebracht wird. Die Körperteile mit wenigen Muskeln, wie Beine, Kopf und Wirbelsäule werden nicht gestriegelt, da es dem Pferd wehtun würde. Für die Beine empfiehlt sich ein weicher Gummistriegel oder ein flexibler Nadelstriegel.
Besonders schmutzige Tiere sollen nach dem Striegeln mit einer groben Bürste abgebürstet werden. Mit der Wurzelbürste darf auch an den Beinen gebürstet werden.
Nach dem Striegeln arbeitet man mit der Kardätsche weiter und bürstet immer in der Wuchsrichtung des Felles. An Kopf und Ohren muss vorsichtig gearbeitet werden, da nicht alle Pferde dort gerne berührt werden.
Einmal am Tag müssen auch Augen, Nüstern und Maulspalte gesäubert werden, ebenso After und Schweifrübe. Diese Körperpartien werden mit Schwämmen gereinigt, wobei es hier wichtig ist, für After und Schweifrübe einen anderen Schwamm zu verwenden.
Mähne und Schweif
Es reicht, wenn Mähne und Schweif bei der täglichen Pflege von Stroh- und Heuhalmen befreit werden. Auch hier arbeitet man mit der Kardätsche. Für das Bürsten des Langhaares verwendet man auch gerne eine Bürste mit langen Borsten. Das Bürsten geht damit sehr schnell, hat aber den Nachteil, dass viele Haare mit ausgerissen werden. Die schonendere Variante wäre das Verlesen der Haare, was aber sehr zeitaufwendig ist und die Geduld des Pferdes auf die Probe stellen kann.
Hufe
Die Hufe müssen vor und nach dem Reiten ausgekratzt werden. Dazu stellt man sich neben das Pferd und der Rücken zeigt Richtung Pferdekopf. Mittels Hufkratzer werden nun Mist und Steine ausgekratzt. Sollten die Hufe sehr schmutzig sein, müssen Sie zunächst mit lauwarmem Wasser und einer Waschbürste gesäubert werden. Bei weißen Fesseln oder Pferden mit großem Fesselbehang sollte man das Abtrocknen nicht vergessen, um nässenden Ekzemen vorzubeugen.