Um sich in unbekanntem Gelände zurechtzufinden, sind der Kompass und das richtige Kartenmaterial notwendige Wegbegleiter. Allerdings ist es wichtig, diese beiden Hilfsmittel zu beherrschen. Die Karte hilft bei der Suche nach dem richtigen Weg und der Kompass zeigt die Richtung an.
Kartenmaterial
Für Wanderreiter kommen im Prinzip nur zwei Arten von Karten infrage. Zum einen topografische Karten und zum anderen Freizeitkarten im Maßstab 1.50.000, welche Informationen wie Aussichtspunkte, Pensionen, Naherholungsgebiete ... auch für Reiter und Pferde beinhalten.
Die topografischen Karten werden im Maßstab TK 25 und TK 50 verwendet. Diese Karten werden vom Landesvermessungsamt herausgegeben und zeigen die Wanderwege so an, wie man sie in der Natur vorfindet. Wanderwege dürfen allerdings nicht in allen Bundesländern von Reitern benutzt werden, daher sollte man sich zuvor gründlich informieren. Die Reitorganisationen VFD und FN, die zuständigen Ministerien der Länder sowie Fachzeitschriften, wie das Wanderreiter-Magazin oder „Freizeit im Sattel“ oder die Organe der Landesverbände verfügen über entsprechende Informationen.
Für Anfänger macht es durchaus Sinn mit der TK 25 im heimischen Gelände zu üben und nach erworbener Sicherheit auf die TK 50 umzusteigen.
Alle wichtigen Angaben zur Orientierung im Gelände kann man aus der Karte mittels Kartenzeichen lesen. Gebäude, Gewässer, Verkehrswege, künstlich geschaffene Bauten und Sperrgebiete oder Steinbrüche sind mit Symbolen gekennzeichnet und farblich gestaltet.
Verkehrswege
Die Verkehrswege sind schwarz dargestellt und die Wanderwege sind mit Farbe überzogen. Außerdem sind Autobahnen, Bundesstraßen und Eisenbahnlinien gekennzeichnet.
Die Erfahrung von Wanderreitern zeigt, dass eingezeichnete Wege auch mal zugewachsen sein können und somit nicht passierbar sind. Oder Bäume mit angebrachten Zeichen bereits gefällt worden sind. Je einsamer die Gegend, desto schlechter ist auch die Markierung.
Gewässer, Vegetation und Ortschaften
Alles rund um das Wasser ist blau eingezeichnet, dazu zählen neben natürlichen Gewässern auch Schwimmbäder und Brunnen und alle mit Wasser verbundenen Einrichtungen.
Waldflächen erkennt man an der grünen und landwirtschaftliche Nutzflächen an der weißen Farbe. Einzelne Bäume sind schwarz gekennzeichnet und die Art des Waldes mit einem grünen Tannen- oder Laubbaum.
Städte, Ortschaften und Gebäude sind schwarz markiert, die Schriftgröße des Ortsnamen richtet sich nach der Einwohnerzahl. Die Schriftzüge der Ortsbezeichnungen verlaufen immer genau von West nach Ost und eignen sich so auch zum Einnorden der Karte.
Objekte, wie Denkmäler, Wegkreuze, Kirchen ... eignen sich hervorragend zur Orientierung. Alle gebräuchlichen Symbole sollten dem Wanderreiter bekannt sein, da sie sehr hilfreich bei der Standortbestimmung sein können.
Höhenlinien
Höhenlinien spielen bei der Berechnung der Reitzeit eine maßgebliche Rolle, so sieht auf der Karte alles flach und einfach aus, vor Ort jedoch muss unter Umständen eine gewisse Anzahl an Höhenmetern zurückgelegt werden. Dies muss in den Berechnungen mit einkalkuliert sein.
Der Kompass
Empfehlenswert ist beim Wanderreiten ein Wanderkompass mit einer rechteckigen und durchsichtigen Grundplatte. Der Skalenring sollte verstellbar sein und die Dose ebenfalls durchsichtig. Dieser Kompass verfügt außerdem über eine 360 Gradeinteilung mit den vier Himmelsrichtungen sowie der Einstellmarke für Norden. Eine lange Anlegekante sowie eine ölgedämpfte Magnetnadel zeichnen den Kompass ebenso aus.
Mögliche Fehler bei der Benutzung
Es sollte darauf geachtet werden, dass der Kompass beim Ablesen nicht verkantet, da sonst die Nadel auf dem Boden schleift und ein falscher Wert angezeigt wird. Die Magnetnadel reagiert auf alle magnetischen Stoffe, wie Hufwerkzeug, Metalldosen, Handys ... oder andere metallische Gegenstände. Einen großen Abstand bitte auch bei Überlandleitungen sowie Starkstrom- und Windanlagen halten.
Global-Positioning-System (GPS)
Mit einem GPS-Empfänger besteht die Möglichkeit, zu jeder Tageszeit und an jedem Ort der Erde die genaue eigene Position zu bestimmen.
GPS beruht auf einer Standortbestimmung mit Hilfe von mehreren Satelliten. Dies funktioniert aber nur, wenn der Empfänger freie Rundsicht hat.
Ganz wichtig: Genügend Batterien mitnehmen.
Die Übung macht den Meister
Der Umgang mit Karte und Kompass lernt man nicht von heute auf morgen. Daher heißt es üben, üben, üben. Am Besten in heimischen und bekannte Gefilden. Mit etwas Übung erhält man die nötige Sicherheit, um auch in unbekannten Gegenden den richtigen Weg zu finden.
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