Das Erscheinungsbild des Pferdes in den drei Grundgangarten wird bei der Disziplin Western Pleasure beurteilt. Erwünscht sind Gelassenheit und Eleganz, das Pferd soll sich lösen und auf kleinste Reiterhilfen reagieren. Durch fließende Bewegungen zeigt es ausreichend Schwung, bleibt entspannt in der Balance und wirkt insgesamt motiviert. Prüfungen werden in einer Gruppe geritten, bei langem Zügel trägt das Pferd seinen Kopf etwa waagerecht. Dies darf nicht mit einem dahinschlurfenden, gelangweilten Pferd verwechselt werden, denn Western Pleasure bedeutet Spaß für Pferd und Reiter. Und dieses Vergnügen soll erstmal erarbeitet werden! Bei einem Wettbewerb werden die drei Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp gezeigt, die man hier als Walk, Jog und Lope bezeichnet. Auch Rückwärtsrichten, genannt Backup, wird verlangt. Die Reiter reiten ein bestimmtes Pattern auf Anweisung der Richter. Was für den Zuschauer sehr mühelos erscheint, fordert von Pferd und Reiter hohe Konzentration. Wichtig ist die Exaktheit der Übergänge von einer Gangart in die andere, der Takt, also die Reinheit der Gänge und die Haltung des Pferdes. Die schwungvollen Gangarten Trab und Galopp sollen langsam und weich ausgeführt werden, beim Schritt hingegen ist ein flottes Tempo erwünscht. Der Richter kann einen sogenannten Extended Jog verlangen, der einer Trabverstärkung entspricht. Am Ende einer Prüfung stellen sich die Pferde in einer Linie auf, wobei das ruhige Stehen gezeigt werden soll.
Ähnlich wie bei Western Pleasure wird auch bei Wettbewerben zu Western Horsemanship eine Teilprüfung in der Gruppe geritten. Diese nennt sich hier Railwork, also Arbeit auf dem Hufschlag. Zusätzlich wird vorher noch eine Einzelprüfung verlangt. Das Pattern hierfür hängt spätestens eine Stunde vor Prüfungsbeginn aus, so dass sich die Reiter die Reihenfolge der Aufgaben einprägen und auf dem Abreiteplatz kurz üben können.